Regina José Galindo
El Gran RetornoABOUT
Die Uraufführung dieser Arbeit fand 2019 in Guatemala City mit professionellen Musikern unter der Leitung der feministischen Performancekünstlerin Regina José Galindo statt. Sie war einerseits als Anspielung an die vergangene Militärdiktatur Guatemalas, die hunderttausende Todesopfer gefordert hatte und zugleich als Menetekel für die zunehmenden kriegerischen Konflikte weltweit zu verstehen, die seither zugenommen und sogar Europa erreicht haben. Regina José Galindo wird eine große, österreichische Marschkapelle mitten durch die Kremser Fußgängerzone marschieren lassen. Doch anders als für solche Kapellen üblich, werden die Musiker:innen nicht ihre Uniformen oder Trachten tragen, sondern schwarze Kleidung wie etwa zu einer Beerdigung und sie werden nicht marschieren, sondern sich langsam rückwärts bewegen. Dieses Bild ist auch deshalb so eindrucksvoll, weil es mit einfachsten Mitteln die gegenwärtige Remilitarisierung, Repatriotisierung und die reale Kriegsangst, die viel in Europa für überwunden gehalten hatten zum Ausdruck bringen.