Maria W Horn
PanoptikonABOUT
Panoptikon kombiniert Licht und elektronische Klänge mit einem aufgezeichneten Gesangszyklus, der ursprünglich für das aufgegebene panoptische Zellengefängnis Vita Duvan (Die weiße Taube) in Luleå, in der nördlichsten Region Schwedens, komponiert wurde.
Der Zyklus wurde auf Basis von individuellen Stimmen imaginärer Insassen komponiert, die durch Aufnahmen von Gesang aus verschiedenen Zellen des Gefängnisses repräsentiert werden, die im panoptischen Zentrum des Gebäudesaufgenommen wurden. Zusammen bilden sie ein sich langsam entwickelndes melodisches Geflecht, bei dem die Stimmen danach streben, eine gemeinsame Erfahrung auszudrücken. Jede Stimme strebt nach dieser Gemeinsamkeit, wird aber durch die erzwungene Isolation der Gefängnisarchitektur daran gehindert. Die periodische Zirkulation von bernsteinfarbenem und weißem Licht ruft Erinnerungen an den zyklischen Wechsel zwischen Tageslicht und Dunkelheit hervor.
PROGRAMMTEXT
Die mit Lichtwechseln operierende, Gesang und Elektronik zu einem melodischen Geflecht verbindende Installation der Komponistin entstand 2020 in der nordschwedischen Stadt Luleå. Dort befindet sich das bis 1979 betriebene Gefängnis Vita Duvan (Die weiße Taube). Der Bau gilt als einziges Panoptikon Schwedens. Dessen Architektur ermöglicht die permanente Überwachung der von innen her einsehbaren Zellen von einem zentralen Beobachtungsturm im Zentrum des Rundbaus. Deren in der Musik erinnerten Insassinnen blieben real isoliert.