Performance

Ayla Pierrot Arendt

Death in Peace (Videooper)

ABOUT

Ayla Pierrot Arendt (*1987) ist bildende Künstlerin und Regisseurin. Sie studierte Malerei an der Akademie der Bildenden Künste in Wien (2006–2011) sowie Choreografie und Performance im Masterstudiengang am Institut für Angewandte Theaterwissenschaft in Gießen (2012–2016). Ihre interdisziplinären Inszenierungen verbinden Videokunst mit Choreografie, Gesang und Komposition. Charakteristisch für Arendts Arbeiten ist die feministische Überarbeitung literarischer, historischer und mythologischer Vorlagen, die sie mit aktuellen sozialpolitischen Themen verknüpft. Zudem zeichnet sie eine innovative Einbeziehung des Publikums durch Raumkonzepte, Blickführung und Videoschnitt aus. 

Arendt verfolgt eine dialogische Arbeitsweise, in der sie Expert:innen aus verschiedenen Disziplinen zusammenbringt, um gesellschaftliche Spannungen und kulturelle Narrative zu analysieren und vor dem Hintergrund globaler Krisen zu aktualisieren. Aufenthalte im Rahmen von Artist-in-Residency-Programmen, darunter 2023 in Tel Aviv sowie mehrfach zwischen 2022 und 2024 in Georgien, ermöglichten ihr intensive Recherchen vor Ort. Dabei arbeitete sie eng mit lokalen Künstler:innen, Musiker:innen und Aktivist:innen zusammen.

Ihre experimentellen Videoarbeiten wurden seit 2007 auf renommierten Festivals präsentiert, darunter die Videonale im Kunstmuseum Bonn und das Europäische Media Arts Festival Osnabrück. Seit 2015 feiert sie Uraufführungen ihrer sogenannten „Videochoreografien“ und multimedialen Opern, unter anderem am Künstler*innenhaus Mousonturm in Frankfurt. 

    Programmtext

    Während regierungskritische Proteste im Frühjahr 2024 durch die Straßen von Tiflis zogen, entstand ebenda die Videooper Death in Peace. In der Inszenierung von Ayla Pierrot Arendt, eingebettet in die aufwühlende Klangwelt des Komponist:innenduos Nika Pasuri und Ani Zakareishvili, treffen auf vier Leinwänden die Protagonist:innen dreier unterschiedlicher Nationalitäten aufeinander: zwei Georgier:innen, zwei Deutsche und ein Russe im georgischen Exil. Ausgestattet mit ihren jeweiligen Vorstellungen von Frieden und Freiheit, Freund und Feind, die sich nicht lösen lassen von ihren politischen Biografien, begegnen sie sich in der Erzählung der Georgierin Natia und des russischen Deserteurs Andrej. Es dauert nicht lange und Andrej ist tot, versehentlich erschossen, ausgerechnet in der deutschen Botschaft in Tiflis, vom Mann der Botschafterin. Sein Tod wirft viele Fragen auf: nach dem Preis der Freiheit, den Grenzen der Diplomatie, nach den Leerstellen und Mythen kollektiver Identität und nach Loyalitäten – grundiert von einer sich ausbreitenden Angst in einem verunsicherten Europa voller Konflikte.

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