Intro

IN THE YEAR OF THE METAL OX

 

Unterbrechung. Irritation. Störung. Was in früheren Jahren zum Grundvokabular künstlerischer Verfahren gehörte, erscheint nach eineinhalb Jahren Lähmung in einem anderen Licht. Wenn der Betrieb nur mehr im digitalen Notprogramm oder gar nicht mehr läuft, laufen subversive Gesten und die Jagd nach dem Neuen zum großen Teil ins Leere. Stattdessen suchen wir heute eher nach Kontinuität, nach Verbindungen und der Ermöglichung von neuen Zusammenhängen und – vor allem – nach realen Begegnungen.

In The Year Of The Metal Ox: das heißt Ausnahmezustand – und Weitermachen zugleich. Neue Hoffnung, neues Glück. Der Titel des donaufestivals 2021 bezieht sich auf das chinesische Sternzeichen des gleichen Jahres, das immer noch im Zeichen einer Pandemie steht. Diese kennt zwar kein Außen, betrifft aber nicht alle gleichartig. Sie spitzt vielmehr gesellschaftliche Bruchstellen zu und fordert ungeahnte künstlerische Umgangsweisen mit Körperlichkeit und Technik, Intimität und Kollektivität heraus.

In der Videoarbeit Untitled (Wave) von Anne Imhof peitscht etwa eine Frau unaufhörlich das Meer. Die Wellen, sie wollen nicht enden. Die kanadische Musikerin Kìzis (die in Krems mit einem Streichquartett auftreten wird) lädt ihre unbekümmert-schwelgerische Musik mit diversen Gastmusiker*innen auf und erzeugt so die Ahnung eines kommenden queeren Volks, das indigen und technopopaffin zugleich kann. Ira Melkonyan & the rubberbodies collective entwerfen in ihrer performativen Installation Upstairs Geology 50/50 eine fragile Konstruktion voller beweglicher Flüssigkeiten, die im wahrsten Sinne des Wortes leckt und rinnt und der menschlichen Steuerung entzogen scheint.

Diese Arbeit war (wie auch die rituelle Vereinigung von Mensch und Maschine in der Performance Eingeweide von Marco Donnarumma und Margherita Pevere , die Auftritte von Girl Band, UCC Harlo , DEATHPROD, Rosa Anschütz, Robert Henke oder eine AV-Premiere von Jung an Tagen und Rainer Kohlberger)  schon für das Festival 2020 angekündigt. Wir sind nun froh, sie und andere Programmteile nachholen zu können. Endlich!

Hinzu gesellen sich diverse Neuentdeckungen wie etwa das kenianische Noisextremismus-Duo Duma, das Projekt von Jenny Hval und Håvard Volden, die als Lost Girls einen sanft entrückt wirkenden Electro-Act bilden, der von angolanischen Kudoro-Rhythmen inspirierte, scharfkantige Rap von Nazar oder der erste Österreich-Auftritt der Londoner Band Black Country, New Road.

Nicht nur diese Band hält den Gedanken des Kollektivs und des kulturellen Austauschs hoch. Damit können wir etwas anfangen. Auf dass wir alle uns in einem gemeinsamen Raum  wiederfinden. Bereit, berührt und bewegt zu werden. Offen für die Sounds und die Bilder, die Erfahrungen und die Empfindungen, die einen Unterschied machen können.

Wir freuen uns schon auf zwei großartige Wochenenden mit Euch,

das donaufestival Team

 

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